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Konzentrationslager Westerbork
Das Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork war eines der beiden, von den nationalsozialistischen Besatzern in den Niederlanden eingerichteten zentralen Durchgangslager für die Deportation der niederländischen Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager.
Geschichte des KZ Westerbork
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Zentrale Flüchtlingslager Westerbork von der niederländischen Verwaltung gegründet, um die großen Flüchtlingsmassen von Juden aus Deutschland und Oesterreich außerhalb der niederländischen Städte und Dörfer aufzufangen. Die Fluechtlinge sollten in einem Lager, dessen Errichtung im Februar 1939 beschlossen wurde, zentral aufgefangen werden.
Am 9. Oktober 1939 kamen die ersten 22 jüdischen Internierten aus einer Gruppe von mehr als 900 deutschen Juden an, die vergeblich versucht hatten, mit dem Schiff St. Louis von Hamburg nach Kuba zu flüchten.
Nach dem Einfall der Deutschen am 10.Mai 1940 wurde Kamp Westerbork einfach weitergenutzt. Erst am 1. Juli 1942 wurde aus dem Zentralen Flüchtlingslager Westerbork offiziell das "polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork" unter direkter deutscher Verwaltung. Neben den ueberwiegend juedischen LagerinsassInnen wurden auch Sinti und Roma und Widerstandskämpfer im Lager festgehalten. Fast alle wurden mit dem Zug abtransportiert. Anfänglich über Hooghalen, später wurde eine Bahnstrecke angelegt, die das Lager mit der Strecke zwischen Beilen und Assen verband.
Jeden Dienstag fuhr ein Güterzug aus Westerbork eine große Gruppe Häftlinge über Assen, Groningen und den Grenzbahnhof Nieuweschans nach "Osten", überwiegend in die Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Sobibór. Die Fahrt dauerte ungefähr drei Tage. Der Zug wurde bis Nieuweschans von niederländischem Bahnpersonal unterstützt, und ab dort von deutschem Personal übernommen. Insgesamt wurden von 1942 bis 1944 mehr als 107.000 Juden aus Westerbork per Zug deportiert. Nur 5.000 von ihnen kehrten zurück.
Der letzte Zug fuhr am 3. September 1944 ab. Am 12. April 1945 wurde Westerbork von kanadischen Soldaten befreit. Zu diesem Zeitpunkt waren noch zirka 900 jüdische Häftlinge im Lager. Das Lager kam wieder unter niederländische Verwaltung. Die ehemaligen Häftlinge mussten noch wochenlang im Lager bleiben, bevor ihnen die Heimkehr genehmigt wurde.
Seit 1983 befindet sich ein Erinnerungszentrum in der Nähe des ehemaligen Lagers, in dem die Geschichte des Durchgangslagers Westerbork dargestellt wird. Das Grundstück des ehemaligen Lagers ist heute eine freie Fläche inmitten eines Waldgeländes. Dreieckige Steine markieren die Positionen der ehemaligen Baracken und Gleise.
Geldscheine des Konzentrationslagers Westerbork
Während der deutschen Hoheit über das Lager wurden spezielle Geldscheine für die Verwendung innerhalb des Lagers ausgegeben. Die Scheine waren mit den Werten 10, 25, 50 und 100 Cents versehen. Sie zeigen auf der Vorderseite ein Zahnrad vor einer Industrielandschaft (diese ist auf deer Rückseite wiederholt). Die Noten tragen das Datum 15. Februar 1944.
Der Text auf der Vorderseite der Scheine lautet:
Dieser Gutschein ist nur innerhalb des Lagers gütig.




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